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Der Dialog zwischen Industrie und Bürgern nimmt Fahrt auf

6. Hamburger Industrietag: Westhagemann wirbt um Akzeptanz, fordert Verlässlichkeit und sagt offenen Austausch zu

13. November 2013
„Wir brauchen in Hamburg und in der Metropolregion mehr gesamtgesellschaftliche Akzeptanz für die notwendigen Bedürfnisse unserer Industrie, die sich im internationalen Wettbewerb behaupten muss, bei den Themen Energieversorgung und Infrastruktur. Der Ausbau unserer Verkehrsinfrastruktur über Straßen, Schienen und Wasserwege muss schneller vorangehen als bisher“, fordert der IVH-Vorstandsvorsitzende, Michael Westhagemann, heute auf dem 6. Hamburger Industrietag auf dem Betriebsgelände des DESY Deutsches Elektronen-Synchrotron in Hamburg.

Westhagemann: „Wir sind in Sorge um die Erreichbarkeit unseres Industriestandorts für unsere Beschäftigten und für den Transport von Rohstoffen und Produkten. Der plötzliche Stopp des Weiterbaus der A 20 ist beunruhigend“. Der IVH-Vorstandsvorsitzende betont vor den rund 100 Teilnehmern, dass die Hamburger Industrie als Basis der regionalen Wertschöpfungskette unverzichtbar sei und einen wesentlichen gesellschaftlichen Beitrag zur Sicherung von Beschäftigung und Wohlstand leiste. Westhagemann: „Wir müssen den Bürgerinnen und Bürgern, die über die Volksgesetzgebung in Hamburg zunehmend in die Rolle eines zusätzlichen Gesetzgebers geraten, die Lage und Bedeutung der Industrie für die Gestaltung unserer Zukunft klarer aufzeigen. Wir arbeiten für eine stabile Vertrauensbasis durch Dialog“, sagte Westhagemann.

Die „6. Lange Nacht der Industrie“, die morgen, am 14. November, in 21 Hamburger Betrieben stattfindet, sei ein weiteres Dialogangebot der Industrie an die Hamburgerinnen und Hamburger!

Reinhard Meyer, Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr, Innovation in Schleswig-Holstein nimmt Stellung: „Die Zusammenarbeit in Norddeutschland ist eine fundamentale Voraussetzung, um im Wettbewerb der Regionen bestehen zu können. Im Rahmen der norddeutschen Kooperation agieren Hamburg und Schleswig-Holsteins auf Augenhöhe miteinander. Nur gemeinsam können beide Bundesländer eine nationale Spitzenposition einnehmen und die Herausforderungen der Zukunft bewältigen. Allerdings ist diese Kooperation noch ausbaufähig. Dafür bedarf es mehr gemeinsamer konkreter Projekte, bei denen die Menschen mitgenommen werden müssen. Der Erfolgsfaktor jeglicher guten Zusammenarbeit ist Vertrauen. Das wächst nicht automatisch. Es muss jeden Tag neu erworben und gezeigt werden.“

„Die Vermittlung zwischen unterschiedlichen Interessengruppen ist insbesondere bei emotional besetzten Themen sehr anspruchsvoll“, beschreibt Dr. Hans-Peter Meister, Sprecher der IFOK GmbH, seine langjährigen Erfahrungen mit Bürgerbeteiligungsverfahren. Allerdings könne eine genau auf die Dialoggruppen abgestimmte Konzeption und Organisation spezieller Dialogverfahren, gerade auch bei großen Infrastrukturprojekten, zu einer erheblich verbesserten Kommunikation zwischen den Beteiligten und damit am Ende zu gesicherten Entscheidungen führen. „Häufig bewirkt bereits eine frühe Entschärfung der Konfrontation, dass sich die Dialogpartner öffnen und zu einer verbesserten Gesprächskultur finden, in der ein Austausch von Argumenten möglich wird“, berichtet der Kommunikationsexperte Dr. Meister.

An der lebhaften Podiumsdiskussion nahmen Vertreter von Wirtschaft, Gewerkschaften, Kirche und Umweltverbänden teil: Michael Westhagemann, IVH; Pastorin Renate Fallbrüg vom Leitungskreis AK Evangelischer Unternehmer; Uwe Polkaehn, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Bezirk Nord; Dr. Elisabeth Klocke, Vorstand der Stiftung Lebensraum Elbe; Dr. Hans-Peter Meister, IFOK.

Weitere Redner auf dem 6. Hamburger Industrietag waren der Vorsitzende des DESY-Direktoriums, Prof. Dr. Dosch; als Vertreter der Exxon Mobil Central Europe Holding GmbH, Olaf Martins; der Vorstandsvorsitzende der Trimet Aluminium SE, Dr. Martin Iffert; der geschäftsführende Gesellschafter der Mankiewicz Gebr. & Co., Michael O. Grau.

Kontakte:
Dr. Jörn Arfs, Handelskammer Hamburg, Tel: 040 36138-301, joern.arfs@hk24.de, www.hk24.de
Mario Spitzmüller, IVH-Industrieverband Hamburg e.V., Tel: 040 63784142, mario_spitzmueller@bdi-hamburg.de, www.bdi-hamburg.de