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OAM Baustoffe GmbH

"Mit Unterstützung des IVH konnten wir eine neue Fläche für unseren Hamburger Firmenstandort entwickeln. Hier investierten wir 2014 über 3 Mio. Euro."

OAM Baustoffe GmbH, Geschäftsleitung Klaus Bäätjer (l.) und Axel Petzinna (r.) mit Jeffrey Thompson

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Energieeffizienz-Netzwerk: Maßnahmen der Hamburger Industrie

– Zusammenstellung von Energieeffizienz-Maßnahmen der Unternehmen –

(22. April 2016) Im Rahmen der bundesweiten „Initiative Energieeffizienz-Netzwerke“, von Bundesregierung und Spitzenverbänden der Wirtschaft, haben 13 Hamburger Industrieunternehmen das "Energieeffizienz-Netzwerk der Hamburger Industrie" gegründet. Die teilnehmenden Firmen bringen zusammen 56 Energieeffizienz-Maßnahmen in das neue Hamburger Netzwerk ein. Die Maßnahmen entsprechen einem Gesamt-Einsparvolumen von 60.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr bis Ende 2018. Die Laufzeit des Gemeinschafts-Projekts für den Klimaschutz beträgt 36 Monate bis zum Jahresende 2018. Netzwerkträger ist der IVH. Die Hamburger Leitstelle Klimaschutz unterstützt die Netzwerkarbeit.

Kommentierungen und weitere Einzelheiten sind der zeitgleich veröffentlichten, gemeinsamen Pressemeldung von IVH und Behörde für Umwelt und Energie zu entnehmen!

Die Zusammenarbeit im Energieeffizienz-Netzwerk erfolgt durch einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch zwischen den Energieexperten der beteiligten Unternehmen. Zur Veranschaulichung von Inhalten der Netzwerkarbeit folgen kurze Maßnahmen-Beschreibungen mit Angaben der beteiligten Firmen:

ArcelorMittal Hamburg GmbH plant die Erneuerung eines Wiedererwärmungsofens für das Walzwerk, in dem Stahl-Knüppel auf rund 1.150°C aufgeheizt werden, bevor sie zu Draht umgeformt werden. Durch diese Maßnahme steigt, zum einen, die Energieeffizienz bei der Erwärmung um rund 7% und, zum anderen, können mit dem neuen Ofen Drahtbunde mit einem höheren Bundgewicht erzeugt werden. Diese Zukunftsinvestition in den Hamburger Standort wird rund 3.800 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen.

INDAVER Deutschland GmbH (AVG) hat die beiden Abhitzekessel der Verbrennungslinien mit einem automatischen Kesselreinigungssystem ausgestattet. Durch die automatische Reinigung der Wärmeübertrager wird zum einen die Wärme von der Abfallverbrennung effizienter zur Dampferzeugung eingesetzt und zum anderen die Arbeitssicherheit der Mitarbeiter verbessert, die vorher die Wärmetauscher manuell reinigen mussten. Durch diese Maßnahme konnte die Effizienz nach bisherigen Betriebserfahrungen um über 1 % gesteigert und dadurch über 970 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.

DESY, das Deutsche Elektronen-Synchrotron, baut derzeit eine Anlage zur Wärmerückgewinnung, die die Wärme durch das bereits bestehende Nahwärmenetz auf dem gesamten Gelände nutzbar machen wird. Die Abwärme aus dem energieintensiven Prozess der Heliumkühlung, für den supraleitenden Beschleunigerbetrieb, wird zukünftig direkt ausgekoppelt und in das Nahwärmenetz eingespeist. Die zu erwartenden Einsparungen liegen bei bis zu einem Drittel des Heizenergiebedarfs des Standorts DESY.

Die HHLA-Tochtergesellschaft Metrans plant die Anschaffung zweier Hybrid-Lokomotiven. Diese neuartige Antriebstechnologie, die erstmals im Rangierbetrieb des Hamburger Hafens zum Einsatz kommen wird, spart rund 250 Tonnen CO2 pro Jahr ein. Neben der deutlich verbesserten Energieeffizienz wird der Schallpegel der neuen Lokomotiven gegenüber herkömmlichen Rangierlokomotiven erheblich reduziert. Außerdem Die werden NOx Emissionen um rund 7 Tonnen und die Feinstaubemissionen um rund 600 kg gesenkt.

H&R Ölwerke Schindler GmbH plant im Rahmen des Energieeffizienz-Netzwerk der Hamburger Industrie durch Wärmeintegrationsmaßnahmen und durch Investitionen in energiesparende Prozess- und Antriebstechnik bis 2018 energetische Einsparungen zu erzielen. Ziel ist, dabei bis zu 6.300 Tonnen CO2 jährlich einzusparen. Die Maßnahmen umfassen Projekte zur besseren Wärmenutzung innerhalb der Petro-Chemischen Produktionsanlagen als auch den Austausch von beispielsweise Motoren und Kompressoren gegen neue Aggregate mit höheren energetischen Wirkungsgraden.

Holborn Europa Raffinerie GmbH berichtet: Einem Dampferzeuger muss aus Funktionsgründen Absalzwasser abgezogen werden. Durch Entspannen dieses Absalzwassers wird die darin enthaltene Energie zukünftig in Form von Dampf wiedergewonnen. Man gewinnt dadurch rund eine Tonne Dampf pro Stunde, was Heizgas und somit CO2-Emissionen in Höhe von ca. 1500 tCO2 pro Jahr einspart.

Ingredion Germany GmbH setzt Ihre Initiative zur suksessiven Installation von Wärmerückgewinnungssystemen am Standort fort. Ab Ende 2016 wird im Rahmen der Instandsetzung eines Konvektionstrockners Abwärme zur Vorwärmung des Trocknungsluftstromes verwendet. Damit werden über 20% Erdgas an der entsprechenden Prozesseinheit und über 1,2% des Erdgasverbrauchs des Gesamtwerks eingespart.

Im Mercedes-Benz Werk Hamburg wird ein hocheffizientes Blockheizkraftwerk gebaut, das den CO2-Ausstoß am Standort um rund 5.000 t pro Jahr reduzieren wird. Daimler investiert rund 5,7 Millionen Euro in die neue effiziente Energieerzeugung mit Kraft-Wärme-Kopplung, die in Zukunft die Grundbedarfe des Standortes an Wärme sowie wesentliche Umfänge des Strombedarfs abdecken wird.

TRIMET Aluminium SE Werk Hamburg plant, mittels einer weiteren Verbesserung der Anodengeometrie den Prozess der Schmelzflusselektrolyse zur Aluminiumherstellung zu optimieren. Ziel ist es, die für den Prozess benötigte elektrische Spannung senken zu können. Erwartet wird, so mehr als 5.000 t CO2 pro Jahr einzusparen.

Vattenfall Wärme Hamburg GmbH berichtet: Durch den Anschluss neuer Wärmekunden an das Fernwärmenetz in Hamburg entfallen die Emissionen der bisherigen Heizungsanlagen. Vattenfall unterliegt mit den Heizwerken und Heizkraftwerken dem Treibhausemissionshandelsgesetz (TEHG), daher sind die CO2-Emissionen gedeckelt, europaweit begrenzt und die zusätzliche Versorgung von Fernwärmekunden führt europaweit zu keinem zusätzlichen CO2-Ausstoß. Der Anschluss von zusätzlichen Kunden an das Fernwärmenetz führt durch den Wegfall der bisherigen Wärmeerzeugung durch Gas- oder Ölheizungen zu einer CO2-Einsparung von über 4.000 Tonnen jährlich.

Die Aurubis AG bringt Erfahrungen aus der folgenden, laufenden Untersuchung in das Energieeffizienz-Netzwerk der Industrie ein: Aurubis untersucht derzeit die technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einer innovativen industriellen Wärmeauskopplung mit einem CO2-Einsparpotential von bis zu 140.000 t CO2 pro Jahr: Durch prozesstechnische Änderungen der Schwefelsäureanlage, den Austausch diverser Anlagenteile und die Optimierung der Steuerung wird es zukünftig möglich sein, diese Abwärmequelle zur CO2-freien Nah- und Fernwärmelieferung zu nutzen. Aurubis nutzt im Werk Hamburg bereits ca. 80% der benötigten Wärme durch Prozessabwärme. Mit dieser zusätzlichen Abwärmenutzung in Höhe von bis zu 500 Mio. kWh könnten etwa 25.000 Drei-Personen-Haushalte schrittweise ab 2018 mit Heizwärme und Warmwasser versorgt werden.

Teilnehmer des Energieeffizienz-Netzwerk der Hamburger Industrie sind:

ArcelorMittal Hamburg GmbH, Aurubis AG, Daimler AG Mercedes-Benz Werk Hamburg, Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY, H & R Ölwerke Schindler GmbH, HHLA Hamburger Hafen- und Logistik AG, HOLBORN Europa Raffinerie GmbH, INDAVER Deutschland GmbH (AVG), Ingredion Germany GmbH, Lufthansa Technik AG, Sasol Wax GmbH, TRIMET ALUMINIUM AG, Vattenfall Wärme Hamburg GmbH.

Zum Hintergrund der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke informiert der IVH:
Zwanzig Spitzenverbände und Dachorganisationen der deutschen Wirtschaft haben mit dem Bundeswirtschaftsministerium und dem Bundesumweltministerium am 3. Dezember 2014 die Kooperationsvereinbarung „Initiative Energieeffizienz-Netzwerke“ geschlossen. Ziel der Initiative ist die Gründung und Duchführung von 500 Energieeffizienz-Netzwerken bis 2020, um mittels vielfältiger Maßnahmen deutschlandweit 5 Mio. Tonnen CO2 bis 2020 einzusparen. Durch ein jährliches Monitoring wird der Erfolg gemessen. Bisher wurden 50 Netzwerke gegründet.