Hamburg hat entschieden – Deindustrialisierung made by Hamburg! 

Okt. 12, 2025

Zum Ergebnis des Hamburger Zukunftsentscheides erklärt Andreas Pfannenberg, Vorstandvorsitzender des Hamburger Industrieverbandes:

„Die Hamburgerinnen und Hamburger haben sich entschieden: Hamburg soll bis 2040 klimaneutral werden. Das sind zehn Jahre vor dem gemeinsamen EU-Ziel 2050. Die Zielerreichung nun nochmals um fünf Jahre vorzuziehen, wird massive Auswirkungen für Hamburgs Industrie mit sich bringen. Deindustrialisierung made by Hamburg! Damit hat die Initiative aber nicht nur unseren Industriebetrieben einen Bärendienst erwiesen, sondern auch der Stadt Hamburg und dem weltweiten Klimaschutz. In keinem Industrieland der Welt wird bereits so klimafreundlich produziert wie bei uns in Hamburg. Produktionsverlagerungen und Arbeitsplatzabbau unserer im weltweiten Wettbewerb stehenden Unternehmen lassen sich nun nicht mehr ausschließen.

Es gibt Unternehmen, die bis 2040 klimaneutral werden können. Anders wird es, wenn man das Gesamtbild der Wertschöpfungskette sieht. Damit die Industrie in Hamburg in Gänze klimaneutral wirtschaften kann, müssen viele Produktionsstätten zügig auf einen CO₂-freien, neuen technischen Standard gebracht werden. Der Umbau hin zu einer klimafreundlichen Produktion ist die größte Veränderung für die Wirtschaft seit Beginn der Industrialisierung. Dabei geht der Umbau der Industrie nur dann schneller voran, wenn Planungs- und Genehmigungsverfahren gestrafft werden. Für eine klimaneutrale Industrie wird nachhaltig erzeugte Prozesswärme eine entscheidende Rolle spielen, da sie den größten Anteil des Endenergiebedarfs ausmacht. Außerdem wird der Einsatz von Wasserstoff maßgebend sein, sowohl als grüner Energieträger als auch als Reduktionsmittel bei der Stahlherstellung oder als Rohstoff in der Chemie. Höhere Kosten müssten für den Transformationsweg öffentlich ausgeglichen werden. Für Prozesse mit unvermeidbaren Emissionen ist die Speicherung oder Nutzung von Kohlendioxid ein wesentlicher Faktor, um CO₂-Emissionen zu reduzieren.

Der Senat ist nun in der Pflicht bei diesen Grundvoraussetzungen der Hamburger Industrie Vorschläge zu machen. Damit Hamburg trotz dieser Entscheidung Deutschlands größte Industriestadt bleibt, müssen die Standortbedingungen umgehend verbessert werden!“